DIE LETZTE OV SNEAK IM GRINDEL
(Das Grindel wird geschlossen - ein Nachruf von Dennis Albrecht)


Ausverkaufte Vorstellung

Eine letzte Vorstellung ist immer eine emotionale Sache, eine letzte Sneak in einem Traditionskino macht da keine Ausnahme. Es ist schon viel geschrieben, geredet und gekämpft worden um die Schließung des UFA-Grindel-Kinos, welches für Sneaks in Original Version berühmt geworden ist.

Doch nun ist es soweit und anscheinend konnte es niemand verhindern. 14.000 Unterschriften schafften es nicht, wie auch Anfragen von Sonderveranstaltern und potentiellen Investoren. Doch eines müssen wir den Initiatoren „rettet-das- grindel“ zu Gute halten: Nur um wenige Kinos in Hamburg wurde so leidenschaftlich gekämpft, wie um das Grindel!

So passte auch der Film, der am Ostermontag in der letzten Sneak lief, wie die Faust auf Auge- die auch öfters von Fans insgeheim geballt wurde. BE KIND REWIND – ABGEDREHT handelt von einer Videothek, die geschlossen werden soll, da die Stadt und Investoren dort moderne Wohnungen und Geschäfte hochziehen wollen. Was für eine Ironie in der Filmauswahl. Beabsichtigt? Oder gewollt, um den Abschied doch erträglich zu machen? Im Film nimmt der Stadtteil Abschied und Anteilnahme an der kleinen Videothek, obwohl die Inhaber viele gute Ideen hatten, um sie zu retten. Auch die Stille während dieser Szenen lässt spüren, dass dieses Kino nicht einfach verschwinden kann- wie andere. Es geht mit viel Medienecho –laut- von der Bühne, so wie auch eine Sneak sein muss.

Eine Gemeinde geht hier auseinander, vielen kennen sich schon seit Jahren. Einige, hoffentlich auch eine Vielzahl, werden sich im Streit`s Filmtheater am Jungfernstieg wieder finden, wenn es dort nächste Woche mit der Sneak in Original Version weiter geht. Doch einige haben aber auch schon verlautbaren lassen, dass sie sich nach dem Grindel kein anderes Kino mehr für diese Veranstaltungen vorstellen können. Am Mittwoch, dem 26.März läuft definitiv der letzte Film und die Fans haben noch immer nicht aufgegeben. Die gesammelten Unterschriften werden an diesem Abend der Politik und somit auch der Stadt übergeben. Ob jene in Zukunft verhindern kann, dass mit anderen Lichtspielhäusern ein ähnliches Schicksal geteilt wird, bleibt zu bezweifeln.

Eine kleine Hoffnung auf ein Happy End gibt es jedoch immer – im Film-, so ist ja das Fama Kino auch wie ein Phönix aus der Asche gestiegen, erst vor ein paar Wochen!

Das Kino ist tot- es lebe das Kino? Für viele Investoren leider nicht!

© Dennis Albrecht (Kino- und Filmfan)